Google+ ist keine Geisterstadt, kein Flop und auch kein zweites Facebook

”Die Hose ist lebendig, nicht tot. Wir haben mehr als 50 Millionen tägliche Nutzer weltweit und Google+ ist das am stärksten wachsende Produkt von Google.” Stefan Keuchel, Pressesprecher von Google Deutschland und am letzten Montagabend unser Gast beim Social Media Club in München, ging gleich am Anfang in die Offensive.

Google+ sei keine Geisterstadt, kein Flop und auch kein zweites Facebook. Manche Medienberichterstattung sei ein wenig unfair angesichts der Tatsache, dass ”der soziale Klebstoff für alle Google-Produkte” erst im Juni 2011 gestartet sei.

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Google+ öffentlich zu vertreten ist keine leichte Aufgabe. Sitzt man auf dem ”Heißen Stuhl” des Social Media Club München doch nicht nur zwei Moderatoren gegenüber – diesmal Doris Schuppe und Stefan Plöchinger, –, sondern auch knapp 200 durchaus kritischen Social-Media-Experten, von denen zwar die allermeisten selbst auf Google+ sind. Allerdings nicht sonderlich häufig, wie Stefan Plöchinger, Chefredakteur von Süddeutsche.de, in einer Spontanumfrage ermittelte.

Stefan Keuchel antwortete auf Fragen wie: Warum braucht es Google+, wenn es Facebook gibt? Wo ist die Nische für ein zweites weltumspannendes Netzwerk? Sind da nicht jede Menge ”Zombies in der lebenden Geisterstadt Google+”?

Dabei gab sich Stefan Keuchel größte Mühe immer wieder zu betonen, dass ”Google+ die Weiterentwicklung von Google ist und kein Wettbewerb zu Facebook”.

Die größten Unterschiede zwischen Google+ und Facebook seien:

  • Die Qualität der Diskussionen sei höher als auf Facebook
  • Der Nutzer sei Herr seiner Daten (über die Einstellungen im Google Dashboard)
  • Es gebe aktuell keine Pläne für Werbung in Google+
  • Gewinnspiele und Promotions seien nicht erlaubt
  • Spiele werden in einem eigenen Bereich angeboten (ohne die eigenen Kontakte damit zu nerven)
  • Und natürlich sind Pots auf Google+ in der Suche prima auffindbar

Deutsche Unternehmen, die Google+ bereits – aus Keuchels Sicht – vorbildlich nutzen, seien beispielsweise die Medienmarken N24 und Welt Kompakt.

Trotzdem geht es vielen der gestern anwesenden Social Media-Profis zu langsam bei der Weiterentwicklung von Google+. Warum gibt es keine API? Wie geht es mit der Mobile Strategie weiter? Was soll Firmen dazu bewegen, sich auf Google + (weiter) zu engagieren (das interessierte beispielsweise die Vertreter von Audi und Allianz)?

Es ist das Los aller Pressesprecher, dass sie Produktankündigungen niemals vorab rausgeben dürfen. Insofern konnte auch Stefan Keuchel die Neugier nach Weiterentwicklungen bei Google+ nur bedingt stillen.

Aber wenn es nach ihm ginge, dann wären seine drei Wünsche für die nächsten Monate:

  • Hangouts on Air, also Livestreams der Hangouts für mehr als zehn Beteiligte (die derzeit noch am geltenden Telemediengesetz in Deutschland scheitern)
  • eine Weiterentwicklung der Analysemöglichkeiten (z.B. Ripples und Analytics)
  • und möglichst schnell eine API

Was davon in naher Zeit kommt, können wir spätestens am 7. Mai auf dem nächsten Treffen des Social Media Club München diskutieren. Dann fragen wir Tina Kulow, die Pressechefin von Facebook in D-A-CH, selbstverständlich auch, was die größten Unterschiede zu Google+ sind.

Christian Faltin

Viele Meinungen zu unserer Diskussion und zum Thema finden sich auch im Twitterstream: twitter.com/#!/search/smcmuc.

Vielen Dank

Wir bedanken uns herzlich bei unserem Gast Stefan Keuchel, dem Pressesprecher von Google Deutschland, und unserem Gast-Moderator Stefan Plöchinger, dem Chefredakteur von süddeutsche.de. Unser treues und kritisches Publikum hat den ”Heißen Stuhl” zum Glühen gebracht, Danke für Ihre/Eure intensive Beteiligung

Ein besonderes Dankeschön geht an die Sponsoren des Events, ohne die weder Buffet noch Getränke möglich gewesen wären. BASE und die MobileTech Conference. Das Moccar-Pompidou unterstützte uns mit Location und Technik.

 Fotos vom Event

Alle Fotos des Abends, eingefangen von Martin Brödl sind auf facebook/SMCMUC zu sehen. Herzlichen Dank für die großartigen Schnappschüsse!

Save the Date

Am 7. Mai 2012 steht wieder ein einzelner Gast im Mittelpunkt des Interesses: Tina Kulow, Pressesprecherin von Facebook in Deutschland, stellt sich unseren Fragen. Als Gastmoderator begrüßen wir diesmal Alexander von Streit, den Chefredakteur von Wired Deutschland.

Wenn Ihr Unternehmen als Sponsor die Veranstaltungen des Social Media Club München mit Buffet und Getränken für ein entspanntes Networking unterstützen möchte, melden Sie sich gerne bei uns!

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Fotos: Martin Brödl

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5 Gedanken zu „Google+ ist keine Geisterstadt, kein Flop und auch kein zweites Facebook

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