SMCMUC 4. November 2013

„Wir stehen erst am Anfang“ – Bericht zum SMCMUC „Content-Marketing – was bringt’s?“

Extrem vielfältig ist es, das Aufgabenfeld von Content-Strategie und Content-Marketing. Das erfuhren die Teilnehmer des Social Media Clubs München am 4. November 2013.

Von der Website-Inventur bis zum QR-Code auf Produktverpackungen – die Besucher des Social Media Clubs München „Content-Marketing – was bringt’s?“ bekamen eine bunte Palette an Ansätzen und Ideen serviert, die für das Gelingen von Content-Marketing in Frage kommen. Trotz der Unterschiedlichkeit dieser Vorschläge, eines eint sie: ihr Auftrag, den Auftritt eines Unternehmens durch guten Content zu verbessern.

Content-Strategie: das Bändigen des Content-Monsters

Heinz Wittenbrink - Content MarketingHeinz Wittenbrink führte die Zuhörer in die wissenschaftliche Disziplin der Content-Strategie ein – oder, wie er es ausdrückte: in das „Bändigen des Content-Monsters“. Wittenbrink ist Lehrender an der FH Joanneum in Graz und einer der bekannten Köpfe im deutschsprachigen Raum, wenn es um Content-Strategien geht.  Er machte klar, dass vor allen Content-Marketingplänen zuerst die Content-Strategie an der Reihe ist:  „Content-Strategie ist die strategische, Content-Marketing die taktische und ausführende Seite.“

„Es geht im Content-Marketing  nicht um mehr, sondern um besseren Content“

Was gehört zum Handwerkszeug eines Content-Strategen? Dazu stellte Wittenbrink unter anderem das Content-Audit für Websites vor – die Analyse aller Seiten und ihrer Inhalte. Auf die Frage, ob man eine solche detaillierte Analyse überhaupt braucht, betonte er die Notwendigkeit solcher Vorarbeiten für den Erfolg: „Ohne Content-Bestandsaufnahme kommt man im Content-Marketing nicht so weit, wie man kommen könnte.“ Ein nüchterner Blick auf den Content-Status-quo bewahre vor überzogenen, falschen Illusionen und mache den Blick frei für Inhalte, auf die man verzichten kann: „Es geht im Content-Marketing  nicht um mehr Content, sondern um besseren und vielleicht sogar um weniger Content.“

Laut Wittenbrink stehen wir hier – im Gegensatz zu den USA – erst am Anfang: „Content Marketing ist in Deutschland noch ein Entwicklungsthema.“ So müssten viele Unternehmen erst begreifen, dass passender Content die Basis für weitere Aufgaben ist: „Content First: Das Design muss aus den Inhalten heraus entwickelt werden – und nicht umgekehrt.“

„Content-Marketing meets Wurst“

Jörg Bunk - Content MarketingJörg Bunk, unser zweiter Referent, präsentierte die praktische Seite des Themas: „Content-Marketing meets Wurst“. Dazu stellte der Produktmanager von Rügenwalder Mühle die neue „360-Grad-Kampagne“ von Rügenwalder vor: Zahlreiche Mitarbeiter des Unternehmens im hohen Norden treten darin als Testimonials auf (und lösen Jörg Pilawa ab, der bislang für Rügenwalder warb). In einer YouTube-Satire warb Schauspieler Christian Ulmen als wahrgewordener Chef-Albtraum für die Mühlen Allstars Tour 2013, in der deutschlandweit Verbraucher und Rügenwalder-Mitarbeiter in verschiedenen Spielen gegeneinander antraten. „Ziel war es, dass die Menschen unsere Mitarbeiter wirklich kennenlernen“, sagt Bunk.

Storytelling hausgemacht: Rügenwalder schöpft Inhalte aus dem eigenen Unternehmen

Obwohl die vertrauensfördernde Kampagne erst im Sommer gestartet ist, weiß Rügenwalder schon heute: Sie wirkt sich deutlich stärker auf den Umsatz aus –  und zahlt zugleich positiv auf die Arbeitgebermarke ein. Via QR-Code auf den Verpackungen bringt Rügenwalder seine Mitarbeiter direkt ans Supermarktregal: Interessierte gelangen zu Videos, in denen Mitarbeiter vorgestellt werden, die an der Produktion beteiligt waren.

Bunks Vortrag machte deutlich, dass Rügenwalder zu den Unternehmen gehört, die keine Extra-Story dazu erfinden müssen, weil sie keine Inhalte haben: Die Wurstexperten generieren den gesamten Content für ihr Storytelling aus ihrem eigenen Unternehmen heraus. Mit den Aktionen wie die Allstars-Tour durch Deutschland gewinnen sie unzählige Inhalte, die sich über verschiedene Kanäle vermarkten lassen. Auf diesem Content-Generierungs-Prinzip basierten bereits die Wurstwasser-Kampagne mit dem Kunstflieger (2010) sowie die Frikadellen-Tour 2012 – oder der Nachbau des Logos, der Rügenwalder Mühle: Sie entstand 2012 und wird nun für verschiedene Events genutzt.

SMCMUC: Content-Marketing - was bringt's„Content-Marketing ist bei uns kein Projekt, sondern eine Grundeinstellung, die organisch gewachsen ist“, betont Bunk. Wie gut die siebenköpfige Marketingabteilung, zu der Bunk gehört, die Kunst des Content-Generierens und -Platzierens beherrscht, belegen die knapp 170.000 Likes der Facebook-Seite. Andere FMCG-Unternehmen können von solchen Zahlen nur träumen.

Damit die Choreographie, die für erfolgreiches Content-Marketing nötig ist, gelingt und dynamisch bleibt, beschäftigt Rügenwalder Mühle mehrere Agenturen: „Das funktioniert vermutlich besser als nur mit einer.“ Damit es klappt, stellt Rügenwalder hohe kommunikative Ansprüche an seine Dienstleister: Sie stimmen sich nicht nur regelmäßig und eng mit ihrem Auftraggeber ab – Rügenwalder verlangt zudem, dass sie sich miteinander treffen – ohne Rügenwalder.

Entspanntes Social Media Networking

Buffet SMCMUC Content-MarketingNach den beiden Vorträgen ließen wir den Abend an der Bar mit einem leckeren Buffet und vielen anregenden Gesprächen ausklingen. Der Abend wurde unterstützt von AdParlor – herzlichen Dank dafür! Vielen Dank auch an unsere Gastgeber des Neuraum. Übrigens: Weil wir häufig gefragt werden, bei wem man diese Location buchen kann – Neuraum hat dazu einige Informationen ins Web gestellt.

Die Fotos, die Thomas Kiewning für uns gemacht hat, haben wir auf Facebook veröffentlicht.

Logo adParlorAdParlor ist einer der führenden Anbieter zum Management großer Facebook-Werbekampagnen. Als Strategic Preferred Marketing Developer (SPMD) von Facebook schaltet AdParlor weltweit über 1 Milliarde Impressions pro Tag. Aktuelles siehe AdParlor @ Facebook

Nächster SMCMUC: 8. Bloggertreffen am 19.01.2014

Wir sehen uns wieder am Sonntag, den 19. Januar 2014 – zum 8. Blogger-, Twitter- und Google+-Treffen anlässlich der DLD Conference in München.

Wer noch kein Mitglied des SMCMUC ist und immer aktuell über unsere Events informiert werden möchte, kann sich zu unserer XING-Gruppe anmelden oder unsere Facebook Seite abonnieren.

Social Media Club München :: LogoDoris Eichmeier – Doris Schuppe – Klaus Eck – Marlene Körber – Sebastian Thielke

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4 Gedanken zu „„Wir stehen erst am Anfang“ – Bericht zum SMCMUC „Content-Marketing – was bringt’s?“

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