„Der Leser hat ein Archiv“ – Review SMCMUC mit Sebastian Matthes

Sebastian Matthes (Foto: Frank Beer)

Sebastian Matthes (Foto: Frank Beer)

Sebastian Matthes von der Huffington Post nahm im Mai auf unserem heißen Stuhl Platz und stellte sich den Fragen zum Thema des Abends Huffington Post – die Zukunft des Onlinejournalismus?

Über die Rolle des Online-Journalismus wird in Deutschland bereits seit einigen Jahren diskutiert. Die Huffington Post fährt dabei ein ganz eigenes Modell. „Social is the New Frontpage“, lautet das Motto, und deshalb ist das Social Web auch eine wichtige Informationsquelle für das Medium, die allerdings nicht ungefiltert übernommen wird.

Mobile, mobile, mobile

Sebastian Matthes bescheinigt der Medienwelt einen dramatischen Wechsel, ähnlich dem von Print zu Online. So stünden wir aktuell am Anfang des mobilen Internets. Der Leser kann also den ganzen Tag begleitet werden. Das verändere die Art, wie die Huffington Post ihre Themen aufbereitet.

Überholt sei heute der alte Journalistenspruch „Der Leser hat kein Archiv“. Denn durch sein Smartphone und den permanenten Zugang zum Internet hat er genau das: ein Archiv, und ist somit schlauer als manche Journalisten denken.

Die HuffingtonPost, kurz HuffPo, sieht sich laut Matthes als Nachrichtenseite, die eine gute Mischung aus verschiedenen Themen und Formaten bietet. So seien Videos ein wichtiges Thema. Unter dem Namen „HuffPo live“ gibt es Talkshows mit politischen Themen oder CEOs, die über wichtige Trends reden. Dabei sei eine Teilnahme über Twitter möglich.

Als nächsten Schritt will HuffPo das Team vergrößern und das internationale Netzwerk stärker nutzen. Zur WM in Brasilien gibt es ein Extrateam vor Ort geben, in Syrien ist bereits ein Journalist aktiv.

Heiße Fragen – heiße Antworten:

Nach dieser kurzen Einführung von Matthes startete die Frage-Session. Eine Auswahl der Fragen von Klaus Eck und aus dem Publikum an Sebastian Matthes:

Q: Ist die Nähe zu den Lesern auf Dauer nicht anstrengend?

A: Manchmal ja. Trotzdem ist es wichtig, denn nur so können die Leser auf eine Ebene mit den Debatten und Themen gehoben werden.

Q: Geht der Trend beim Onlinejournalismus Richtung Boulevard? Funktioniert nur noch Cat-Content?

A: Die Mischung macht es. Die Huffington Post begleitet ihre Leser durch den Tag, also gibt es natürlich auch unterhaltende Inhalte. Doch genauso laufen Wirtschaftsgeschichten. Diese müssen so aufbereitet werden, dass der Leser versteht, warum er sie lesen sollte.

Q: Schafft es die HuffingtonPost, eine ähnlich starke Reputation aufzubauen wie sie bspw. der Spiegel hat?

A: Wir arbeiten in Deutschland dran, eine genauso starke Reputation aufzubauen, wie sie die HuffingtonPost in anderen Ländern bereits hat.

Q: Sollte man als Whistleblower besser zum Spiegel oder zur HuffingtonPost gehen?

A: Es gibt gute Gründe, zum Spiegel zu gehen, aber auch gute Gründe, die für die HuffingtonPost sprechen. Das ist auch vom Thema abhängig.

Q: Was haben erfahrene Blogger davon, für die HuffPo zu schreiben?

A: Anfänger und noch nicht so bekannte Blogger haben mehr davon, denn sie können so ihren Bekanntheitsgrad steigern. Zudem lassen sich Inhalte gut zweitverwerten.

Herzlichen Dank an Sebastian Matthes und ans Publikum für die anregenden Fragen!

Eine weitere Zusammenfassung des Abends findet ihr im Blog von Akom360.

7.7.2014 Social Media Club München #SMCMUC

Logo SMC München
Nicht verpassen: Der nächste Social Media Club München mit  Praxisvorträgen zum Thema Enterprise 2.0 findet am 7. Juli 2014 statt.

Die Einladung veröffentlichen wir in Kürze hier im Blog und weisen Euch über unsere Profile auf Xing, Facebook und Twitter darauf hin.

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