Enterprise 2.0  – Theorie und Praxis zur Transformation von Unternehmen

Social Media Club Enterprise 2.0

Am 7. Juli 2014 hat sich der Social Media Club München ein großes Thema auf die Abendfahne geschrieben: Enterprise 2.0. Mit Christoph Bauer von CapGemini und Stephan Grabmeier, dem CEO der Innovation Evangelists konnte sich das Publikum sowohl in der Theorie wie auch in der praktischen Umsetzungen Anregungen holen, Perspektiven erleben und an detaillierte Diskussionen teilnehmen. Beide Referenten zeigten die großen Herausforderungsfelder und dass die deutsche Wirtschaft sich auf der Reise zu einer digitalen Wirtschaft befinden, aber bis dahin noch einer sehr weiter und vor allem langatmiger Weg gestaltet werden muss. Und am Ende des Wandels sollte dann auch noch die Happiness der Menschen stehen – eine Herausforderung mit viel Humor.

In diesem Szenario begegneten die Referenten einem gespannten und vor allen sehr wissbegierigen Publikum. Nach der kurzen Vorstellung der Location, metaio und den Thema „Enterprise 2.0“ im Allgemeinen durch den Moderator Sebastian Thielke von Beck et al. Services stellte sich Christoph Bauer als Referent dem Publikum.

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Social – Eine Herausforderung und ihre Begegnung

Das Intro von Christoph Bauer war nüchtern und fast pessimistisch: Wir stehen in Deutschland vor einem Problem bezüglich Social. Im Verlaufe seiner Präsentation und auch in den Diskussionen stellte sich klar heraus, dass viel Mühe und Engagement für Social nach Außen investiert wurde. Aber Christoph Bauer stellt klar, dass die Bemühungen von Marketing und PR den Social Muskel nur nach Außen gestärkt hat, dass aber die inneren Strukturen und Organisationen eher unterentwickelt sind für die Ansprüche der Märkte und Kunden.

Unter dieser Situationsanalyse wurden dann die drei wichtigen Eckpfeiler für Social im Unternehmen sowie den entsprechenden Wandel aufgeführt.

  • Menschen
  • Plattformen
  • Prozesse

Diese Kernbereiche machen eben den Wandel und die Transformation aus. In seiner Präsentation zeigte Christoph Bauer, welche Herausforderungen diese einzelnen Aspekte an das Unternehmen, die Mitarbeiter, die Organisation und die Verantwortlichen stellt.

Der Stand der Dinge

In den Erläuterungen der einzelnen Punkte wurden auch die aktuellen Stadien auf dem Markt und in der öffentlichen Wahrnehmung  aufgeführt. Hier zeigte sich sehr eindeutig, dass die technische Seite eigentlich nie das Problem ist. Eher ist es die Vernachlässigung der anderen beiden Aspekte Menschen und Prozesse, die die Unternehmen vor große Herausforderungen stellt. Und auch hier schließt sich erneut das Bild mit den Muskeln an – die innere Organisation ist zu Zweidrittel unterentwickelt.

Das Publikum bekam durch diese Übersicht von Christoph Bauer den ersten Eindruck zum weiten Themenkomplex von Enterprise 2.0. Nicht zuletzt die Feststellung, dass sich eben auch die Happiness für den Nutzer/Mitarbeiter/Menschen einstellen muss, war ein guter Schluss und ebenso treffende Überleitung zum zweiten Referent des Abends Stephan Gabmeier.

Enterprise 2.0 – vor allem eine umfassende Unternehmensentwicklung

Die inhaltliche Vorbereitung durch Christoph Bauer wurde durch Stephan Grabmeier, CEO der Innovation Evangelists und Director of Digital Transformation bei Beck et al. Services mit Praxis, Konzept und Strategie ausgebaut und unterlegt.

Vor allem der übergreifenden und umfassende Blick sowie die holistische Herangehensweise an diesen Wandel standen bei Stephan Grabmeier im Fokus. Aus seiner vorherigen Arbeitswelt bei der Telekom und deren Enterprise 2.0 Transformation konnte er auf einen riesen Erfahrungs- und Beispielschatz zurückgreifen.

Ein fünfstufiges Rahmenwerk und Kernmodell

Neben den Erfahrungen als Head des Centers of Excellence Enterprise 2.0 bei der Telekom griff Stephan Grabmeier auch auf die Erfahrungen in der Beratung von großen Unternehmen, Führungskräften, HR und Management Boards zurück. Dabei stellte er die unterschiedlichen Herangehensweisen von vielen großen und mittelständischen Unternehmen sowie Organisationen auf. Mit Bosch, dem Axel Springer Verlag und eben der Telekom konnten prominente Großkonzerne als Beispiele aufgeführt werden.

Größen- und Altersunabhängig

Schon während der Präsentation entstanden die ersten tiefergreifenden Diskussionen und Gespräche. Dabei betonte Stephan Grabmeier besonders, dass die Größe von Unternehmen und Organisationen keine Rolle für die Transformation und den Wandeln haben. „Es ist der Markt, der das Unternehmen zu diesem Wandel fordert.“ Aber er unterstrich auch, dass es zwar für jedwede Organisation geeignet ist, und dennoch klar sein muss, dass Unternehmensziele, Strategien und wirtschaftliche Ziele Voraussetzung sind. Wenn diese immanente Aufstellung und Definition fehlt, dann macht auch die Transformation keinen Sinn.

Natürlich wurde durch das Publikum auch die Akzeptanz so wie die Adaption angesprochen. Hier im Fokus war die typische Wahrnehmung von Digital Natives und mittelalten Mitarbeitern. Schnell stellte sich doch heraus, dass die Erfahrungswelt nicht zwangsweise mit Annahme gleich geht, dass die Akzeptanz und Adaption von der Generation abhängt. Viele Kollegen und Mitarbeiter in großen Konzern sind diesbezüglich keine Digital Natives haben aber für sich den Nutzen und die Vorteile erkannt. Die Erfahrung zeigt, dass es das Generation Gap nicht gibt, sondern die Adaption und Akzeptanz eher von Verhalten und Kultur gesteuert wird.

5 Schritte Modell

Abgleichende Feststellung

Stephan Grabmeier stellte bei der Präsentation der 5 Schritte zur Enterprise 2.0 Transformation fest, dass die Wahrnehmung und Darstellung von Christoph Bauer bzgl. des Muskels auch seiner Erfahrung entspricht. Die Studie mit Centre Stage über Treiber und Innovatoren in Unternehmen stellte die Unterentwicklung in der Organisation noch einmal nachvollziehbar dar.

Den Unternehmen muss klar werden, dass diese Transformation nicht monothematisch durch eine Fachabteilung gelöst werden kann, sondern einer heterogenen Aufstellung bedarf. „Ohne Top Down kein Bottom up und ohne Push kein Pull. Es betrifft das ganze Unternehmen und muss visionär aufgestellt werden.“ Auch wenn man aktuell nur Wissensarbeiter in diesen Wandeln einbezieht, muss natürlich auch der Bandarbeiter, der Praktiker, der Blue Collar Worker in diesem Wandel bedacht werden. Stephan Grabmeier stellt fest, dass dies der nächste große Schritt in der Transformation ist, die wie er selber sagt, nicht  drei bis fünf Jahre dauert, sondern einer offener Prozess ist, der sehr viel Zeit in Anspruch nimmt. „Die bekannten Change Theorien benennen Zeiträume von neun und mehr Jahren bis sich ein solch gravierender Wandel im Unternehmen und der Kultur verankert hat.“

Zum Abschluss

Die Diskussionen hätten sich sicherlich noch bis in die Morgenstunden hineingetragen. Viele Fragen und viele Anregungen kamen seitens des Publikums. Man konnte den Social Media Club Abend als sehr angenehmen Diskussions- und Gesprächsabend ansehen. Der erste Eindruck für die Tiefe und Weite des Themas wurde gepflanzt und viele der Teilnehmer und Gäste gingen mit frischen, neuen und auch disruptiven Eindrücken zum Netzwerken über und schlossen den Abend gemeinsam ab.

Referenten und Team Foto

Ein Dank

Anschließend noch einmal möchten wir Danke sagen an die beiden Referenten für ihre Zeit und die Erfahrungen, der Organisation des Social Media Club München und dem Veranstaltungsort metaio.

Wie der Abend so war, zeigt sich auf den Bilder des 27ten Social Media Clubs in München.

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